:: Fakten - Risiko Internet

Die Verbreitung des Internets

Laut der Internet World Stats Webseite nutzen 2,1 Milliarden Menschen weltweit das Internet [Stand: 31. März 2011]. Das bedeutet, dass Internetnutzer zirka ein Drittel der Weltbevölkerung ausmachen. Betrachtet man allein Europa, sind es zwei Drittel der Bevölkerung.

Die Internetnutzer werden immer jünger. Laut Statistik nutzen 98,4 Prozent der 14- bis 19-Jährigen in Deutschland das Internet [Stand: September 2011]. Sie sind damit die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Anteil von Internetnutzern.

Die EU Kommission zeigte anhand einer Umfrage unter Eltern, dass europaweit bereits 42 Prozent der 6-jährigen Kinder Zugang zum Internet haben, wobei die Prozentzahlen mit dem Alter steigen. Dies schlägt sich nieder im sich stets weiter entwickelnden Online-Angebot für kleine Kinder bis Jugendliche, ausgehend von Lern- und Spielangeboten auf diversen Webseiten von TV-Sendern bis hin zu den sozialen Netzwerken. So gab Facebook Deutschland an, dass fast ein Fünftel seiner Nutzer unter 17 Jahre alt ist.


Häufigkeit sexueller Belästigung im Internet

Das Medium Internet birgt konkrete Gefahren insbesondere für Kinder und Jugendliche. Dazu gehören der Kontakt zu pornografischen Inhalten oder die Gefahr, selbst Ziel von unerwünschten Annäherungsversuchen seitens Erwachsener zu werden („Grooming“).

Ergebnisse von diversen Studien zeigen, dass 13% der Jugendlichen in den USA (N = 1500, Alter 10 – 17 Jahre) berichten, online sexuell belästigt worden zu sein. In 25 europäischen Ländern wurde die Kids Online Studie mit 25.142 Kindern und Jugendlichen im Alter von  9 bis 16 durchgeführt, bei der ein Elternteil die Fragen ausfüllte. Diese Studie ergab, dass 15% der Kinder zwischen 9 und 14 online Nachrichten mit sexuellem Inhalt erhalten oder gesehen hatten. Bei den 15- bis 16-Jährigen waren es bereits 22%.


Warum ist das Internet so gefährlich?

Die Möglichkeit, im Internet ungewollt mit sexuellen Inhalten konfrontiert oder sexuell belästigt zu werden, geht von mehreren Seiten aus.

Auf der einen Seite bietet das Internet einen anonymen Raum, der auf den ersten Blick relativ wenige Gefahren bietet. Daher stellen viele Jugendliche arglos Informationen wie Adressen oder Telefonnummern und persönliche Bilder online, oftmals ohne Privatsphäre-Einstellungen, so dass durch jede Person öffentlich auf diese Informationen zugegriffen werden kann. So können potentielle Täter vieles über Interessen oder Freunde erfahren und das Wissen später für einen Gesprächseinstieg nutzen.

Auf der anderen Seite hat die virtuelle Kommunikation einige Besonderheiten. Insbesondere entfällt die unmittelbare Überprüfbarkeit einer Information über die andere Person. So gestattet das Internet jedem, sich selbst auf eine gewünschte Art und Weise darzustellen. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass nur besonders gut aussehende Fotos online gestellt werden. Es kann aber auch bedeuten, das Foto einer anderen Person als das eigene zu verwenden oder ein anderes Alter und Geschlecht anzugeben. Jede Person kann eine oder mehrere andere Identitäten annehmen, ohne dass unmittelbar zu überprüfen ist, mit wem das Kind oder der Jugendliche gerade kommuniziert.

Zudem bietet das Internet nahezu grenzenlose Möglichkeiten, sexuelles Material zu beziehen und sexuelle Befriedigung zu erhalten. Gerade Jugendliche nutzen das Internet häufig als Mittel zur sexuellen Aufklärung. Andere Bereiche der Online-Sexualität beinhalten Pornografie, Sexshops, Prostitution, und sexuelle Kontakte finden. Durch die umfassende Vernetzung können Menschen mit bestimmten sexuellen Interessen kommunizieren und Informationen und sexuelles Material austauschen. Dies betrifft auch Menschen mit abweichenden sexuellen Neigungen, wie z.B. Pädophilie.


Welche Rolle spielt das Internet bei der Verbreitung von Kinderpornografie?

Während Kinderpornografie weit länger existiert als das Internet, hat die globale Vernetzung durch eben dieses dazu beigetragen, dass durch schnellere Verbreitung, leichteren und billigeren Zugang und sichere anonyme Downloads die Nutzung von Kinderpornografie leichter ist als jemals zuvor.

Der Begriff Kinderpornografie bezeichnet die Darstellung sexueller Handlungen von und an Kindern oder die medial vermittelte Darstellung von Kindesmissbrauch. In Deutschland ist nicht nur der Besitz oder der Verkauf von Kinderpornografie strafbar, sondern auch das Anbieten, Vorrätighalten, Bewerben etc. Kinder im Sinne des Gesetzes sind Personen unter 14 Jahren (§ 176 Abs. 1 StGB). Weiter definiert § 184b StGB Kinderpornografie als „pornografische Schriften, die sexuellen Missbrauch von Kindern zum Gegenstand haben“. In der Forschung ist die Abgrenzung von Kinderpornografie in der Regel schwieriger, da unklar ist, bis zu welchem Alter eine Person als Kind angesehen wird und wie explizit der Inhalt der Darstellungen sein muss, um als pornografisch bezeichnet zu werden. Dies ist insbesondere von Bedeutung, da auch Bilder von bekleideten Kindern in Alltagssituationen als sexuell ansprechend gesehen werden können.